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Berichte von Praktika
Erste Einblicke in die Arbeitswelt
Die Bretter, die die Welt bedeuten
Das Praktikum im öffentlichen Dienst
Dienstleistungen - Wir helfen Ihnen weiter!
Im Gerichtssaal dabei
 

 

Erste Einblicke in die Arbeitswelt

 

Begeistert wurden erste Überlegungen angestellt, wo man sich denn bewerben könnte, und die Enttäuschung war natürlich groß, als man hörte, dass London und Paris dafür doch eher nicht in Frage kämen. Treptow – Köpenick ist zwar eigentlich nicht klein, aber ob man hier einen berufsorientierenden Praktikumsplatz finden würde?

 

Vieles war noch unklar. Die Frage, „Was will ich denn eigentlich machen?“ wurde wohl am häufigsten gestellt. Nicht jeder hatte schon eine genaue Vorstellung, in welche Richtung er später gehen wollte. Doch dann, nach einigen Diskussionen im Deutschunterricht, hatten fast alle Schüler eine Idee und begannen  das Internet nach Firmenadressen in Treptow – Köpenick zu durchforschen. Im Unterricht wurden eifrig erste Bewerbungen geschrieben, verbessert und schon einmal für ein Bewerbungsgespräch geprobt.

Als dann auch die letzten Schüler einen Praktikumsplatz hatten, wurden noch einmal einige abschließende Vorbereitungen getroffen. Die Schüler bekamen Aufgaben für eine Praktikumsmappe, denn in dieser Zeit sollten das Praktische mit dem theoretische Schulunterricht verbunden werden. Es mussten Interviews geführt, Berichte geschrieben und zusammen mit einigen Fotos und Zeichnungen in einen Hefter geheftet werden. Zwei Wochen arbeiteten die Schüler nun in den von ihnen gewählten Betrieben.

 

Da die Schüler unterschiedliche Vorstellungen von ihrem späteren Arbeitsweg hatten, war für jeden Geschmack etwas dabei. Die naturwissenschaftlich interessierten Schüler, wie z. B. Korinna und Egor, waren im Forschungsbereich tätig, die Mediziner in unserer Klasse arbeiteten bei Zahnärzten oder lernten die Heilpraktiken eines Physiotherapeuten kennen. Einige Schülerinnen arbeiteten im Kindergarten, was sich im Nachhinein als überaus anstrengend erwies. Die Justiz fasziniert so manchen lieben Mitschüler und so war es auch nicht verwunderlich, dass sich nun drei Schüler zwei Wochen lang mit unserem Rechtswesen auseinandersetzen wollten. Zwei Mädchen säuberten im Hotel die Zimmer und der Computerfachmann Tomas durfte Webseiten erstellen. Kevin kontrollierte mit der Wasserschutzpolizei die Seen und Flüsse Köpenicks und Karl durfte sich seiner Vorliebe für Autos in einer Werkstatt widmen. Auch im Bezirksamt und in der Bank war unsere Klasse, dank Martina und Gordon, vertreten. Evi veröffentlichte bei ihrer Tätigkeit als Journalistin eigene Artikel im Internet und traf unerwartet den Bundeskanzler. Auch im Buch- und Teeladen wurde gearbeitet, wobei das Buchgeschäft nicht der aufregendste Arbeitsplatz war. Zwei Mitschülerinnen stellten Reisen und Fotos zusammen und Franziska soufflierte voller Begeisterung im Theater.

 

Nach diesen zwei Wochen fand im Rahmen der Berufsvorbereitung ein Auswertungstag statt. Die Schüler tauschten untereinander Erfahrungen aus. Korinna sezierte beispielsweise zum ersten Mal in ihrem Leben eine Flamingoleber zu experimentellen Zwecken und Egor erzählte voller Stolz von der Beobachtung des Plasmas.

 

Es gab natürlich nicht nur positive Erfahrungen. In einem Hotel zu arbeiten, war anstrengend und nicht die angenehmste Tätigkeit  und Melanie berichtete von langweiligen Stunden beim Rechtsanwalt, in denen sie geputzt hatte. Es gab die unterschiedlichsten Äußerungen über das Praktikum, die man auch in diesem Journal nachlesen kann.

Einig waren sich alle darüber, dass die Endscheidung, lieber ein Praktikum statt einer Klassenfahrt zu machen, die richtige war. Für die Schüler war diese Zeit in der 10. Klasse sehr wichtig. Hier hat sich gezeigt, wie hart der echte Arbeitsalltag wirklich ist. Das Praktikum bestand eben nicht nur aus Akten sortieren und putzen, sondern war meist eine anspruchsvolle Arbeit, welche die Schüler forderte, ihnen aber auch Spaß machte. Während dieser Wochen mussten die Schüler sich oft präsentieren, allein schwierige Situationen meistern und Kreativität beweisen. Die Aufgaben des Praktikumshefters und die journalistischen Übungen, wie zum Beispiel das Führen eines Interviews, unterstützen den Deutschunterricht. Insgesamt empfehlen alle Schüler ein Praktikum in dieser Klassenstufe!

 

Viel Spaß beim Lesen des Praktikumsjournals der Klasse 10.3. ! 

Franziska Kemna