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Politiker zu Gast an der AvH

Stephan Liebich zu Besuch  

Wolfgang Thierse zu Besuch

Dr. Heiner Geißler zu  Besuch

Gespräch mit Ellen Brombacher

 

Gespräch mit Ellen Brombacher

Am 9. November 2010 fand in der ehemaligen „Direktorenvilla“, auf dem Gelände der AvH, das letzte Polit-Forum statt. Erwartet wurde eine umstrittene, aber auch geachtete Persönlichkeit aus der Politiklandschaft.


Um 14.25 Uhr wurde die ehemalige Schülerin und jetzige Bundessprecherin der Kommunistischen Plattform und Sprecherin des Berliner Bezirks Mitte für die Linkspartei, Ellen Brombacher, von Schülern der Klasse 10.2 empfangen.

Zwei Mädchen führten sie durch das Schulgelände und erläuterten die Veränderung in den letzten 20 Jahre an unserer Schule.

Ellen Brombacher,die äußerster angetan von dem Schulrundgang war, begann mit den Gastgeber Vincent Buckwitz und Moritz Hieronymi um 15 Uhr, die Diskussionsveranstaltung. Der kleine Raum der ehemaligen Direktorenvilla war mit über 30zig Gästen sehr gut gefüllt. Schüler aus den Jahrgängen 9, 10 und 13, Eltern und Lehrer waren gekommen.


Zu Beginn erzählte Frau Brombacher über ihr Leben, ihr heutiges Arbeiten und ihrer politischen Erfahrungen. Die Schilderungen waren sehr emotional und berührten die Anwesenden sehr.


Ellen Brombacher wurde 1947 im Ruhrgebiet geboren. Ihre Eltern waren beide im antifaschistischen Widerstand aktiv. Der Vater siedelt in den 50er Jahren, nachdem Verbot der Kommunistischen Partei Deutschlands in der BRD, in die DDR über. Später folgte Frau Brombacher mit ihrer Mutter. Ab der 9. Klasse war sie Schülerin der AvH und legte später ihr Abitur dort ab. Es folgte ein Aufenthalten in Moskau und nach der Rückkehr in die DDR ein Abendstudium. Frau Brombacher studierte Slawistik und ist Diplom Russistin.    

In den folge Jahren wird Brombacher u.a. FDJ-Sekretärin und Volkskammer-Abgeordnete.

Nach 1989 kandierte sie für keinerlei Positionen in der PDS/SED. Ihre politische Ansicht gegen Kapitalismus, Krieg und Antikommunismus, bleibt sie bis zum heutigen Tage treu.

Nach der Wende zog sie sich aus der „großen“ Politik zurück. Sie wird Sprecherin des Berliner Bezirks Mitte für die PDS und ist es bis heute.


Der Kommunistischen Plattform (KPF) ist sie in den 90er Jahren beigetreten. Zu beginn stand sie dieser Plattform skeptisch gegenüber. Heute ist sie die Bundessprecherin der KPF.

Die Erhaltung einer antikapitalistischen Linken sieht sie als eine Prämisse für die KPF an. 


Bei ihren Ausführungen blieb sie stets sachlich und betonte mehrere Male den Friedensaspekt ihrer Partei. Die Linke setzte sich gegen den Sozialabbau, gesellschaftliche Enddemokratisierung und für einen sachlicheren Umgang mit der Geschichte der DDR ein.

Nachdem die Gastgeber ihre Fragen gestellt hatten, kam das Publikum zu Wort.

Besonderes Interesse zeigten sie zu denThemen: Programmentwurf der Linken und Sahra Wagenknecht.


Ellen Brombacher ging einst als Kind, ohne zu ahnen, wie die Welt einmal aussehen wird, auf unsere Schule. Verlassen hat sie sie, als eine Frau mit großer Courage, Überzeugungskraft und Sachlichkeit. Oder wie ein Schüler sagte, „Vor dieser Frau kann man nur den Hut ziehen“.


Die Mitglieder des Polit-Forums bedanken sich bei Frau Brombacher für ihr Kommen und ihr Engagement.Natürlich aber auch bei allen Lehrern, die sich für denn Besuch von Fr. Brombacher eingesetzt haben.

 

 

Stephan Liebich zu Besuch

Der Abgeordneter Stephan Liebich von der Linken hatte am 17.02 2010 Zeit gefunden sich den Fragen unserer Schüler zu stellen. Die Schüler die dies ermöglichten waren Vincent Buckwitz und Moritz Heronymi, sie leiteten zudem das Gespräch ein mit eigens gestellten Fragen über das Leben und den Alltag des Abgeordneten.

herr_liebich.jpgStephan Liebich antwortete auf diese Fragen sehr gelassen und offen, er klärte Missverständnisse auf zum Beispiel über das oft sehr leere Plenum oder die Frage ob der Lohn für diesen Beruf gerechtfertigt ist. Er gab selber zu das man von dem Geld sehr gut leben kann aber das dieser Beruf auch mit weitaus mehr Verpflichtungen und Aktivitäten zu tun hat und somit auch immer ein voller Terminkalender zustande kommt. Danach begann die zweite Runde nun konnten die Schüler ihre Fragen stellen, diese hatten ein weites Spektrum von Hartz 4 bis zu den Problemen in Griechenland war alles dabei. Viele Schüler ergriffen ihre Chance den Abgeordneten eine Frage zu stellen, die sie beschäftigen .Somit war dieser Tag für alle ein Erfolg, unsere Fragen konnten beantwortet werden und wir konnten Stephan Liebich davon überzeugen das die Jugend nicht so politikverdrossen ist wie manche denken.

Sarah Schulz (9.3)

 

 

herr_thierse.jpgAm Mittwoch, den 17. Februar um 12:00 Uhr, war es endlich soweit. Das Politikforum durfte seinen ersten Gast, Stefan Liebich, begrüßen. Er, Mitglied des Deutschen Bundestages und der Partei „Die Linke“, empfang uns freundlich und offen und vermittelte uns gleich zu Anfang mit dem Satz: „Ich beantworte alle Fragen“, dass dies ein interessantes, lockeres Gespräch werden würde. Zunächst stellte er sich kurz und gut verständlich vor und erklärte uns was seine Arbeit als Abgeordneter alles beinhaltet. Danach wurden ihm verschiedenste Fragen gestellt, die er natürlich geduldig beantwortete. Überraschend war seine offene und freundliche Art, die das 2-Stündige Gespräch sehr angenehm und alles andere als langweilig, wie einige zuerst dachten, machte.

Wolfgang Thierse zu Besuch

herr_thierse_2.jpgAm Donnerstag, den 18. Februar ebenfalls um 12:00 Uhr, durften wir dann auch den zweiten Gast, Wolfgang Thierse, willkommen heißen. Der, zunächst streng und konservativ wirkende, Vizepräsident des Bundestages entpuppte sich als genauso freundlich und offen, wie sein Vorgänger. Auch er stellte sich erst knapp vor und beantwortete dann genauso geduldig alle Fragen der anwesenden Schüler. Dadurch, dass er klar seinen Standpunkt äußerte kam es natürlich zu spannenden Diskussionen zwischen Schülern und ihm. Doch er wusste sein Publikum gut zu überzeugen.

Alles in Allem war das Politikforum ein großer Erfolg und wie hoffen, dass unsere beiden ersten Gäste auch nicht die letzten waren.

Jessica Bornschein (9.3)

 

Dr. Heiner Geißler zu Besuch

Nun schon zum dritten Mal: DieSchülerarbeitsgemeinschaft Polit-Forum lud zum politischen Diskutieren ein. Eine Koryphäe der Christlich Demokratischen Union war gekommen und stellte sich wacker den Fragen der anwesenden Schüler.

Dr. Heiner Geißler, ein Weltveränderer, konservativer Querdenker und Kritiker des Finanzkapitalismus wurde am 3. März 1930 in Oberndorf am Neckar (Baden-Württemberg) geboren. Er trat mit 19 Jahren einem Jesuitenorden bei und verließ diesen vier  Jahre später. Herr Geißler studierte Philosophie, später Jura, promovierte zum Dr. jur. und wurde Richter. Während seines Studiums trat er in die Junge Union ein und war Mitglied eines katholischen Studentenvereins. Am 18. Mai 1967 wurde Geißler Sozialminister in Baden-Württemberg. 10 Jahre darauf folgten: Die Mitgliedschaft im Bundestag und das Ministeramt für Jugend, Familie und Gesundheit. Im Jahre 2002 verließ Herr Dr. Heiner Geißler den Bundestag.


Selbst bezeichnet er sich nicht als Querdenker. „Es gibt keine absolute Wahrheit“ ist dagegen seine Devise. Kompromisslos für Menschenrechte, Würde und Demokratie zu stehen und dafür zu kämpfen, lohnt sich, seiner Meinung nach.
Besonders macht unserem Gast in unserer heutigen Gesellschaft zu schaffen, dass der religiöse Fundamentalismus weltweit an Macht gewinnt.  Hinzukommt, dass der Gegenwartskapitalismus nicht dem Menschen dient, sondern sich selbst und über alles gestellt wird. Die Lösung dieser Probleme sollten seiner Meinung nach folgend gelöst werden: Ein geordneter Markt, der nicht in allen Bereichen dem Wettbewerb untergeordneten ist – am Vorbild der Sozialen Marktwirtschaft; der religiöse Fundamentalismus solle durch Friedenseinsätze wie in Afghanistan gelöst werden.    
Die Befürwortung des Afghanistaneinsatzes hatte ein Stöhnen der Zuschauer zur Folge. Viele unserer Schüler begannen sich auf das Thema Afghanistan einzulassen und das ist dann auch das Tagesthema geworden. Sehr emotional schilderte Herr Dr. Geißler seine Erlebnisse während eines Afghanistanbesuches. Ein Abzug, so Geißler, würde zur erneuten Unterdrückung der afghanischen Frauen und zur Machtergreifung der Taliban führen.    
Für Demokratie müsse man kämpfen, auch wenn es einen Krieg zur Folge hat. Die beiden vorletzten Themen waren Bildung und Steuern. In die Bildung müsse man mehr investieren, gerade bei sozial benachteiligten Kindern. Der deutsche Sozialstaat sei sehr gerecht, außer für die Mittelschicht, die bis jetzt am meisten benachteiligt wird. Aber um unsere Renten, so Dr. Geißler, müssten wir uns nicht sorgen.

Für die Organisatoren Vincent Buckwitz und Moritz Hieronymi, die die Gründer des Polit-Forums sind und für die Einladung verantwortlich waren, war der Besuch von Dr. Heiner Geißler ein voller Erfolg.   
Es war sehr interessant einen Menschen mit solch einer Vergangenheit, Weisheit und Vitalität kennen zu lernen.

Vielen Dank an alle anwesenden Klassen und Schüler, Lehrer und ganz besonderen Dank an Herrn Dr. Heiner Geißler!

Moritz Hieronymi