|
Seite 5 von 6
Blumenprojekt 2009
Anwesende: Karoline Göltzer, Vincent Buckwitz, Moritz Hieronymi (Klasse 8.3 der Alexander-von-Humboldt Oberschule), Christian Kehl (Geschichtslehrer)
Ort: Woltersdorf, Fontanestr.41
Datum: 26.01.09
Am 26.01.09 besuchten wir den Holocaustüberlebenden Herrn Ingster und seine Frau. Wir wurden herzlich mit Kaffe und jüdischen Gebäck empfangen. Das stimmte uns auf die jüdischen Traditionen ein. Nach dem Kaffeetrinken erzählte uns Herr Ingster über sein Leben in der Nazi-Diktatur.
Herr Ingster wurde 1928 in Berlin geboren. Er wuchs in Berlin mit seinen Eltern und seinen drei Geschwistern auf. 3 Jahre später zog Herr Ingster mit seiner Familie nach Schlesien. 1939 begann, für ihn, die Judenverfolgung in Deutschland, ab da an durfte er die Schule nicht mehr besuchen. Jedoch hatte er Glück, das seine Mutter einen jüdischen Lehrer aufgenommen hatte. Der Unterricht aber dauerte nur 4 Jahre an, weil es dann ihm unmöglich wurde weiter den Privatunterricht zu nutzen, da die Verfolgung der Juden in Deutschland aggressiver wurde und deshalb Herr Ingster als Jugendlicher in das KZ Ausschwitz deportierte. Dort im KZ kam er nach kurzer Zeit in ein Arbeitslager wo er Motorenteile zusammensetzte. Für ihn war das Leben hart, doch die Nazis verdienten an ihm 6 Reichsmark. Für seine Versorgung täglich wurde jedoch nur 30 Reichspfennig ausgegeben, er musste im Jahr nur einmal nicht arbeiten. Im Lager war er untergebracht in einer Scheune, ohne Betten, Licht oder Toiletten. Von Auschwitz aus ging es dann in 3 weitere KZ`s. Einer seiner letzten Konzentrationslager war in Straßburg, dort arbeitete er für den Tunnelbau. Zum Schluss kam er nach Sachsenhausen und wurde dort für den letzten Marsch Richtung Schwerin vorbereitet. Der letzte Marsch brachte die Gefangenen in ein Zweiglager, indem die inhaftierten ermordet werden sollten. Jedoch kam es nicht dazu da die Russen das Zweiglager bereits befreit hatten, vor die Häftlinge überhaupt Ankamen. Nach dem 2. Weltkrieg arbeitete er im Funkwerk- Berlin und wohnt heute im idyllischen Woltersdorf zusammen mit seiner Frau. Sein Lebenslauf beeindruckte uns sehr.
Uns hat der Besuch sehr gefallen. Vieles war neu für uns. Herr Ingster hat uns mit seiner lebendigen Art, wie er sein Leben erzählte, sehr anschaulich diese Zeit nahegebracht. Besonders gut finden wir, dass wir Herrn Ingster in seinem Haus in Woltersdorf besucht haben. Wir konnten Herrn Ingster persönlich kennenlernen und ihm viele Fragen stellen. Auch hat Herr Ingster uns noch Fotos aus seinem Leben gezeigt.
Wir hoffen, mit unseren Bericht Sie zum Nachdenken über die Verfolgung von Juden, Sinti und Roma, Kommunisten angeregt und Ihnen das Schicksal politisch und religiös Verfolgter im Nationalsozialismus näher gebracht zu haben. Ziel ist es für uns, dass die Vergangenheit nicht in Vergessenheit gerät.
|